Vitorino Salomé – Música Popular Portugesa (Portugal)

Termin: 13. März, 18:00 Uhr Lutherstift, Schusterstraße 15

Vitorino Salomé ist die „Stimme des Alentejo“ und seit fast vier Jahrzehnten die Galionsfigur der Música Popular Portuguesa. Seine Liedern begleiteten und prägten die ersten Jahre nach der Nelkenrevolution 1974 und setzten den Alentejo, die Region zwischen Lissabon und der Algarve auf die musikalische Landkarte Portugals. In vielen Liedern portraitierte er auch den Alltag und Lebensgefühl Lissabons, der Stadt, in der er seit vielen Jahren lebt.

Wie viele Künstler und Intellektuelle flüchtete in den 1960er Jahren vor den Kriegen, die das bitterarme Portugal in ‚seinen‘ afrikanischen Kolonien führte nach Paris. Dort begann er zu singen, zunächst um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, doch immer stärker mit politischen Akzenten.

Nach dem Sieg der Nelkenrevolution kehrte er nach Portugal zurück. Mit dem damals bekanntesten politischen Sänger seines Landes José Afonso (Grândola vila morena) trat er bei politischen Manifestationen, bei Landbesetzungen und in den Kooperativen im Alentejo auf. Seine Musik beschränkte sich nicht auf sanfte agit-prop-Songs, sondern er grub auch alte, vergessene Lieder und Romanzen aus dem Alentejo aus, die er neu arrangierte oder vertonte.

 Heute noch bilden der Alentejo, seine Traditionen, Instrumente und Lieder eine Art roten Faden in Vitorinos umfangreichem Repertoire. Aber auch die Stadt Lissabon und ihr Schicksal beobachtet und kommentiert er mit poetischen Röntgenaugen – etwa den Untergang des alten Chiado-Viertels und seiner Bohème in den achtziger Jahren, als liebenswerte verstaubte Cafés und traditionelle kleine Geschäfte von cleanen Boutiquen verdrängt wurden.

 Nach wie vor ist Vitorino ein politisch stark engagierter Künstler. In diesen Tagen, da sich die Bevölkerung Portugals gegen die von der EU-Troika auferlegte extreme Spar- und Privatisierungspolitik wehrt, singt er wie vor vierzig Jahren auf den Demonstrationen der Nelkenrevolution.

Vitorino Salomé: Gesang, Adufe
Sérgio Costa: Piano
Rui Álves: Perkussion
Daniel Salomé: Klarinette, Saxophon

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