Unsichtbare Räume – Multimedia Installation

Termin: 8. bis 21. Mai 2011, Haus der Jugend Wuppertal-Barmen, Geschwister Scholl Platz 4-6

Vernissage 8. Mai, 18:00 Uhr
Öffnungszeiten:  Mo – Fr           10.00–19.00 Uhr
                           Sa                  10:00–13.00 Uhr
Führungen für Gruppen und Schulprojekte (16.-21.05.2011)

In den letzten vier Jahren wurden in verschiedenen Jugendjustizvollzugsanstalten in NRW und im europäischen Ausland sowie mit Gruppen gefährdeter Jugendlicher in Wuppertal, Schwerte und Düsseldorf das Projekt „Inside-Outside – GrenzenBrückenWahrnehmung“ umgesetzt.

Das Projekt beschäftigte sich mit dem Leben von hinter Mauern und Sta­cheldraht eingeschlossenen Straftätern sowie gefährdeten Jugendlichen und förderte die künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Realität, ihren Wünschen und Träumen.

Es entstanden Videoclips, Filmdokumentationen und Theaterstücke, Musik-Tracks aber auch Bilder, Skulpturen, Liedtexte und Kurzgeschichten. Aufbereitet als multimediale Installation sind nun die Ergebnisse im Haus der Jugend Barmen zu sehen.

Projektionsblitze, Geräusch- und Klangfetzen, Textfragmente, Schattenspiele… durch Spiegelkonstruk­tionen und Gitter fragmentierte Videosequenzen zeichnen ein zerrissenes Bild … zwischen Verzweif­lung und Hoffnung, Innen und Außen, dem Wunsch nach Freiheit hinter verriegelten Türen … Die raumgreifende Installation zeigt die komplexen Welten von Menschen, die hinter Gefängnistüren weggeschlossen sind.

Es sind Ergebnisse der künstlerischen Arbeit und des kulturellen Austau­sches von Gefangenen in verschiedenen JVAs im In- und Ausland. Mit ihren Arbeiten wagen sie es, Seiten von sich zu zeigen, die den gängigen Vorur­teilen und Klischees nicht entsprechen. Sie öffnen uns geheime Wel­ten. Welten, in denen die Schatten der Ver­gangenheit ruhelos wandern, in denen Wünsche und Hoffnungen wie Lichtblitze vorbeischießen. Welten, in denen ein weißes Blatt im Kopf und 4/4-Takt der gemeinsame Nenner ist, in denen Gefangenen sich hinaus­träumen aus der Zelle oder mit der Frage „Wer bin ich?“ einen gewagten Blick auf ihre Maske und durch sie hindurch werfen. Wir sehen Geschichten, Lieder, Bilder, die vor dem wachen Auge vorbeiziehen … die Zeit ist unendlich … die Gedanken schweifen … bis die Alltagsgeräusche einen zurückholen … zurück ins Hier und Jetzt … zurück hinter verschlossene Türen und vergitterte Fenster.

„Gefangen in …“ war auch das Thema des Pilotprojektes „16m3 Luftraum“ des Zertifikatskurses an der Else-Lasker-Schüler Gesamtschule. Die Schü­ler/innen haben das Leben der hinter Mauern und Stacheldraht einge­schlos­senen Straftäter kennen gelernt. Sie haben sich getraut, eine für sie fremde Welt zu betreten, sichtbare und unsichtbare Mauern zu durchbrechen und sich mit dem Leben der Menschen hinter Gittern auseinander zu set­zen. Auch ihre Videos, Bilder und Texte finden sich in der Installation wieder.

Projektleitung: Kordula Lobeck de Fabris
Videoinstallation: Tobias Daemgen

mit Arbeiten aus Barcelona, Bochum, Herford, Mailand, Marseille, Moers, Schwerte, Siegburg, Willich, Wuppertal.

Botschaften von drinnen nach draußen, von draußen nach drinnen. Für eine kurze Zeit eröffnet sich die Mög­lichkeit, die Grenzen auf ungewöhnliche Art und Weise zu überschreiten.

Geheime Welten leben in den Dingen, wirft man nur ein Licht hinein.

Information & Anmeldung:
0202 761258 / info@unter-wasser-fliegen.de
0202 5636308 / luci.boegeholz@lcb-online.de

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