Sidare – Bagdad Maqam (Irak)

Termin: 20. Januar, 18.00 Uhr, Thomaskirche, Opphoferstraße 60 2011

Sidare bedeutet soviel wie »Käppi« oder »Schiffchenmütze«. Die Sidare ist eine typische Kopfbedeckung, die nur in Bagdad und bis heute von den Maqam-Rezitatoren beim Musizieren getragen wird.
Die beiden Musiker des Duo Sidare, Saad Thamir und Bassem Hawar kommen aus dem Irak, wo sie am Bagdader Konservatorium in der über tausend Jahre alten arabischen Kunstmusik-Tradition geschult wurden. Sie spielen und singen im typischen Bagdader Maqam-Stil, der von der UNESCO im Jahr 2003 als immaterielles Weltkulturerbe auf die Repräsentative Liste aufgenommen wurde.
Als Maqam (Plural maqamat), d.h. als „Modus“ bezeichnet man die 7-stufigen Tonleitern der arabischen Kunstmusik. Ihre Intervalle zwischen den Tönen beschränken sich nicht nur auf Ganz- und Halbtonschritte wie sie in der abendländischen Musikkultur gebräuchlich sind, sondern sie werden zusätzlich durch Dreivierteltonschritte ergänzt
Gleichzeitig bezeichnet der Begriff Maqam auch den Melodietyp eines Musikstückes. Einzelne Maqamat bringen die filigransten Gemütsregungen zum Ausdruck. Da Emotionen wie Eifersucht, Trauer, Neugier, Freude, Überraschung, Trauer, Wut, Scham, Schuld in den verschiedenen Kulturen der arabischen Welt verschiedene Wertigkeiten und Bedeutungen haben, gibt ca. 150 verschiedene Melodientypen.

Saad Thamir: Gesang, Daf, Riq, Darbouka
Bassam Hawar: Djoze (irakische Kniegeige)

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