Sixto Corbalan – Melodien auf der Paraguay Harfe (Paraguay)

Termin: 6. Dezember, 18.00 Uhr, Lutherstift, Schusterstraße 15

Sixto Corbala 1 - 300dpi

Sixto Corbalán kommt aus Asunción, der Hauptstadt Paraguays. Er ist ein Virtuose auf der paraguayischen Harfe, dem Nationalinstrument seiner Heimat. Ohne jeden musikalischen familiären Hintergrund begann er mit 8 Jahren, Harfe zu spielen. Mit 12 Jahren gewann er erste Preise und Auszeichnungen. Trotz seiner Jugend gilt er schon heute als einer der führenden Solisten und einer der wichtigsten und innovativsten Komponisten auf diesem Instrument.
Mit seinem Repertoire, das neben der reichen traditionellen Folklore und Eigenkompositionen auch Werke anderer zeitgenössischer Komponisten umfasst, blickt Sixto Corbalán weit über die Grenzen Paraguays hinaus. Bossa Nova, Jazz, Country und Rock prägen die Struktur mancher Stücke oder blitzen immer wieder als Zitate auf. Dieser souveräne Umgang mit der eigenen Tradition und neuen Stilelementen entspricht durchaus auch der Geschichte und dem Charakter des Instruments, das als Symbiose zweier Kulturen entstand.
Spanische Jesuitenpater hatten im 17. Jahrhundert das damalige Modeinstrument Europas in die Kolonie in der „Neuen Welt“ gebracht und für ihre Missionierung eingesetzt. Die Guaraní-Indianer adoptierten die Harfe schnell, perfektionierten die Bauweise für ihre Bedürfnisse und schufen ihr eigenes Repertoire.
Das Ergebnis ist die heutige Paraguay-Harfe, 1,50 Meter hoch, mit 36 Saiten, diatonisch und fünf Halbtöne höher gestimmt als die europäische. Sie gilt weder als spanische noch als indianische Schöpfung, sondern als kreolischer Klangkörper und keinesfalls museal.

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