(Deutsch) Unsichtbare Orte – ein Bericht

Termin: (Deutsch) Januar 2019

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Kismet bedeutet, dass wir nur auf den Wellen des Lebens getrieben werden – mal an diesen, mal an jenen Ort. (Mehmet Gürcan Daimagüler)

Im Dezember wurde die zweite Multimedia Installation und Ausstellung von und mit den jungen Menschen aus Afghanistan gezeigt. Mitten in Wuppertal, an der ersten Adresse vor Ort, im Rathaus der Stadt. Zur Begrüßung und Einführung sprach der Dezernent für Soziales, Jugend, Schulen und Integration Dr. Stefan Kühn.

WEIT WEG ZUHAUSE – ein Titel, der zu vielen Interpretationen einlädt. Zuhause ist weit weg. Weit weg habe ich ein neues Zuhause. Es war ein weiter Weg ins neue Zuhause. Und es ist auch manchmal ein weiter Weg; sich im Neuen Zuhause zu fühlen.

Um viele dieser Gedanken ranken sich die Beiträge dieser Ausstellung. Eine Ausstellung, die sehr faszinierend ist, weil die jungen Menschen, die sie gestaltet haben ganz viel erzählen. Sie erzählen über ihre Gefühle, sie erzählen über ihre Hoffnungen, über ihre Perspektive und über ihren Weg. Ihre Erzählungen benutzen ganz unterschiedlichen Formen von Kunst und Kultur: Projektionen, Worte, Bilder, Musik … und damit weben sie einen kunstvollen Teppich aus vielen Mustern und Farben, beeindruckend und faszinierend zugleich.

Die Schwarzweiß Fotoausstellung „Home is where my heart is“ portraitiert die jungen Menschen in ihrem Zuhause, wirft Schlaglichter auf Momente ihres Alltags vor oder nach dem Umzug in die Selbständigkeit. Ein fotografisches Gedächtnis voller Schnappschüsse.

Fotocollagen Heute & Damals – Schatten der Vergangenheit in uns“ setzt während einer Projektwoche in Berlin entstandene Fotos in Relation zu Bildern aus Afghanistan. So schimmert hinter jeder Aufnahme, die heute gemacht wurde, das vergangene Leben und Erleben aus Afghanistan durch.

Visionen und Zukunftsentwürfe, die die jungen Menschen erträumen werden in kleinen Trickfilmen, den „LyrikClips!“ sichtbar. Fünf poetische Geschichten beschäftigen sich unter dem Titel „Ein Bote aus dem Paradies“ mit dem Granatapfel. Die Frucht gilt als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht, Blut und Tod.

Dokumentationsfilme beleuchten verschiedene Themen: Die VideoTagebücher „Ein eigenes Zuhause“ erzählen über den Umzug in ein neues eigenständiges Leben und zeigen die Versuche sich in ihrem neuen Alltag einzurichten und wie sie sich so durchschlagen auf dem Weg ins Erwachsenenleben.

In der Reihe „Angekommen“ wird gezeigt, wo und wie die jungen Männer, die ohne Begleitung und noch minderjährig und 2015 in Deutschland gestrandet sind, nach zwei Jahren ihren Platz in unserer Gesellschaft gefunden haben.

In den Gesprächen „Seit fast 40 Jahren in Deutschland“ werden die Erfahrungen von Flucht und Exil der Menschen, die nach dem Einmarsch der russischen Truppen 1979 aus Afghanistan geflüchtet sind, an die Jüngeren weitergegeben. Ein historisches Vermächtnis.

„Doppelmigration“ erzählt vom Leben in der Illegalität ohne Ausweispapiere, ohne Schulbesuch, denn manche der jungen Flüchtlinge haben Afghanistan, das Heimatland ihrer Eltern noch nie gesehen, denn sie sind im Iran geboren und aufgewachsen.

Mit Straßeninterviews fangen die Jugendlichen in „Endlich 18!“ verschiedene Erfahrungen mit der Volljährigkeit ein und vergleichen die Bedeutung des neue Lebensabschnitts für die in Deutschland groß gewordenen Menschen mit der Last der Verantwortung, die auf sie selbst zukommt.

In der „Schreibwerkstatt“ entstanden eine Vielzahl von Texten. Verborgene Orte – wo liegen sie in uns? Wie drücken sich Gefühle aus, die man lieber verstecken möchte? Mit Hilfe kleiner lyrischer Schreibformen haben wir versucht, diesen Gefühlen auf den Grund zu gehen. Träume vom Frieden, Heimweh, Sehnsucht nach der Familie und Ziele, die die Jugendlichen in Deutschland erreichen möchten, wurden so thematisiert. Vergleiche zu dem Leben in Kabul wurden gezogen und kleine Texte zu Fotos geschrieben, die die Jugendlichen beeindruckt haben.

Zuhause in Afghanistan
ein Haus in der Natur
Obstgarten, Familie, Flüsse, Berge
Sonne, Gedichte, glücklich
von kurzer Dauer
Krieg, Unsicherheit, Taliban, IS, traurig
schwer wie ein Stein
ist dort, wo ihr mich vermisst

Zuhause in Deutschland
Papiere, Pünktlichkeit, Termine, Ämter
Schule, Ausbildung, Arbeit
5 Uhr aufstehen, kalt
Bus verpassen, rote Ampel, Polizei
Ein Bett, in dem ich schlafe
Alles da, aber ohne Lachen der Familie
Neuanfang, hier plane ich meine Zukunft
Demokratie

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